Linde Kryotechnik liefert das Helium-Verteilsystem für den ITER Fusionsreaktor

Linde Kryotechnik hat den Auftrag zur Lieferung des Helium-Verteilsystems für den ITER Fusionsreaktor erhalten, der zur Zeit in Cadarache im Süden Frankreichs gebaut wird. Die Verteilboxen werden bis Mitte 2019 gefertigt und nach Cadarache geliefert mit nachfolgender Inbetriebsetzung bis 2021.

ITER ist das grösste wissenschaftliche Experiment zum Nachweis der technologischen Machbarkeit der Fusionstechnologie. Der ITER Fusionsreaktor wird mit 50 MW Primärleistung 500 MW Fusionsleistung erzeugen und somit das weltweit erste Fusionsexperiment mit einem Netto-Energieexport sein. ITER basiert auf dem „Tokamak“ Konzept, in dem ein Plasma durch Magnetfelder in einem kreisringförmigen Vakuumbehälter, dem Torus, generiert und kontrolliert wird. Der Treibstoff – bestehend aus Deuterium und Tritium – wird auf Temperaturen von über 150 Millionen °C erhitzt und bildet das heisse Plasma. Starke Magnetfelder grenzen das Plasma ein und vermeiden eine Berührung mit den Toruswänden. Diese Magnetfelder werden erzeugt durch einen elektrischen Strom im Plasma und supraleitenden Magnetspulen, die den Torus umgeben. Die Supraleitfähigkeit der Spulen entsteht bei Temperaturen von unter 4.5 Kelvin durch Einsatz von flüssigem Helium.

Linde Kryotechnik stellt im Rahmen dieses Auftrags das kryogene Helium-Verteilsystem bei, das aus insgesamt neun Verteilboxen unterschiedlicher Konfiguration und Grösse besteht. Drei dieser Verteilboxen enthalten kalte Kompressoren mit dem Zweck die Temperatur des flüssigen Heliums um ein weiteres Grad zu senken und damit zu unterkühlen.

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