Linde Kryotechnik AG liefert vier Coldboxen für die Helium Tieftemperaturanlage für das Experiment WENDELSTEIN 7-X an das Max-Planck-Institut in Greifswald, Deutschland

Das Max-Planck-Institut in Greifswald hat bei Linde Kryotechnik AG Anfang 2004 eine Turnkey Helium-Tieftemperaturanlage für das Experiment WENDELSTEIN 7-X Fusionsprojekt bestellt.

Der Meilenstein für die Lieferung der Coldboxen für die Helium-Tieftemperaturanlage ist termingerecht erreicht.

Was beinhaltet das WENDELSTEIN 7-X Fusionsprojekt? Ziel der Fusionsforschung ist es, aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie zu gewinnen. Kernverschmel-zungen sind wichtige Naturprozesse: viele chemische Elemente sind per Fusion aus Wasserstoff entstanden; Fusion ist die Energiequelle von Sonne und Sternen. Unter irdischen Bedingungen verschmelzen am Leichtes-ten die beiden Wasserstoffsorten Deuterium und Tritium. Dabei entsteht ein Helium-Kern, ausserdem wird ein Neutron frei sowie grosse Mengen nutzbarer Energie: Ein Gramm Brennstoff könnte in einem Kraftwerk 90’000 Kilowattstunden Energie erzeugen- das entspricht einer Verbrennungswärme von ca. 11 Tonnen Kohle.

Im Mai 2007 sind nun nach jeweils einjährigen Engineering-, Konstruktions- und Herstellphasen die vier benötigten Coldboxen für die Helium-Tieftemperaturanlage mit einem Gesamtgewicht von 77 Tonnen an das MPI in Greifswald geliefert worden. Allerdings mussten von Linde Kryotechnik AG vorab Lösungen zu ehrgeizigen Vorgaben gefunden werden. Es musste ein Prozess entwickelt werden, welcher die spezifizierten sieben Betriebsmodi erfüllt. Die daraus resultierenden Komponenten mussten so konstruiert werden, dass sie in den vorgesehenen Räumlichkeiten Platz finden und montiert werden können.

Es ist Linde Kryotechnik AG gelungen die erforderlichen Lösungen zu finden und erfolgreich umzusetzen. Die vier Coldboxen sind nach einer zweiwöchigen Reise mit Tieflader, Barge und Schiff von Schalchen (Bayern) via Nürnberg, Frankfurt a.M., Köln, Hannover und Berlin sowie über polnisches Gebiet beim Max-Planck-Institut in Greifswald angekommen.
Die letzte Herausforderung war das unbeschädigte Hineinbringen der Boxen durch die Dachfenster mit einem 300 Tonnen schweren Kran. Der Abstand zwischen der Fensteröffnung und der jeweiligen Coldbox betrug nur fünf Zentimenter auf einer Länge von sieben Metern!