Einweihung Helium Verflüssigungsanlage L70 am IPN, Orsay

Das Institut de Physique Nucléaire (IPN) in Orsay, Frankreich, gegründet 1956 von Irène und Frédéric Joliot Curie stellt Forschungseinrichtungen für Wissenschafter zur Verfügung, die sich mit den Grundlagen der Materie beschäftigen. Innerhalb ihrer Beschleuniger-Division der SUPRATech Plattform sind 26 Ingenieure und Techniker darauf spezialisiert heutige und zukünftige Teilchenbeschleuniger zu entwickeln und zu bauen. Im Herz der Beschleuniger befinden sich supraleitende Kavitäten für deren Funktion maximal 4.2 Kelvin herrschen dürfen. Dadurch wird kaltes, flüssiges Helium unentbehrlich.
Im Juli 2007 wurde die Linde Kryotechnik AG mit dem Design, der Lieferung und der Montage sowie der Inbetriebnahme der gesamten Helium-Verflüssigungsanlage beauftragt. Die Aufgabenstellung umfasst die Reinigung und Verflüssigung des Heliums ebenso wie die Lagerung und Abfüllung in moblie Dewars.

Die Infrastruktur wurde mit einer Anlage zur Rückgewinnung von Helium komplettiert. Helium Abdampfgase von verschiedenen Verbrauchern werden in einem Ballon gesammelt, auf 200 bar komprimiert und in diversen Hockdruckflaschen gelagert. Durch eine Untergrund HP Linie wird das verunreinigte Heliumgas in die Verflüssigungsanlage geführt. Nach einer Druckreduktions- Und Trocknungsstufe gelangt das Heliumgas in die Reinigunseinheit der L70 Coldbox.

21. November 2008, IPN:
Zur offiziellen Einweihung der SUPRATech L70 Plattform gratulierten die Mitglieder des Verwaltungsrates des IPN. Zu den Anwesenden gehörten die IN2P3 Delegierten Fr. Michel Spiro, Hr. Alex Mueller and Hr. Sydney Galès sowie Hr. Marcel Jacquemet (Vicepräsident von GANIL).
Die Übergabe der L70 an das IPN erfolgte durch Hr. Giuseppe D’Angeli (CEO Linde Kryotechnik AG, links im Bild) und Hr. Juergen Clausen (Leiter Vertrieb und Marketing, Linde Kryotechnik AG, rechts im Bild) an Herrn Gérard Rouillé (Leiter Abteilung Kryotechnik bei IPN, Bildmitte)

Die L70 Verflüssigungsanlage erfüllt nicht nur die Versorgung der SUPRATech Plattform für Komponententests für derzeitige Experimente wie z.B. SPIRAL2; EURISOL oder EUROTRANS mit flüssigem Helium, sondern die garantiert auch eine langzeitliche Verfügbarkeit von flüssigem Helium für zukünftige Projekte.
Durch Rückgewinnung und erneute Verflüssigung wird der Heliumverbrauch um mehr als 80% reduziert. Bedenkt man die derzeitige Marktsituation, zu der auch die Knappheit von Helium zählt, ergibt sich neben der Kosteneinsparung auch ein Zugewinn an Unabhängigkeit für das IPN.